Überschwemmungen in Europa: Opfer stehen vor massiven Aufräumarbeiten, während das Wasser zurückgeht

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Die Bewohner der von den jüngsten Überschwemmungen am stärksten betroffenen Regionen in Deutschland und Belgien haben mit den Aufräumarbeiten in ihren Vierteln begonnen, während das Wasser zurückgeht.

Das Ausmaß der Schäden wird immer deutlicher, während die Rettungskräfte weiter nach Opfern suchen.

Mindestens 180 Menschen sind ums Leben gekommen, und da viele noch vermisst werden, könnte die Zahl der Todesopfer weiter steigen.

Die Überschwemmungen haben am Samstag in Teilen Europas weiter Verwüstung angerichtet.

Rettungskräfte retteten Menschen aus Häusern in der österreichischen Region Salzburg, wo die Fluten die Straßen einer Stadt überschwemmten. Nach Angaben der Feuerwehr fiel in der Hauptstadt Wien in der Nacht zum Samstag in einer Stunde mehr Regen als in den sieben Wochen zuvor zusammen.

In Deutschland verlagerte sich die Sorge nach Süden in die Region Oberbayern, wo schwere Regenfälle Keller und Straßen überfluteten.

In Westdeutschland sagten die Behörden, dass die Steinbachtalsperre weiterhin von einem Bruch bedroht ist, nachdem die Bewohner aus ihren Häusern flussabwärts evakuiert wurden.

Europäische Politiker haben den Klimawandel für die Überschwemmungen verantwortlich gemacht, die auch die Schweiz, Luxemburg und die Niederlande betroffen haben.

Experten sagen, dass die globale Erwärmung sintflutartige Regenfälle wahrscheinlicher macht. Die Welt hat sich seit Beginn des Industriezeitalters bereits um etwa 1,2 Grad erwärmt.

Mindestens 156 Menschen sind inzwischen durch das Hochwasser in Deutschland ums Leben gekommen, darunter vier Feuerwehrleute.

Am stärksten betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Tausende Menschen wurden auf dem Höhepunkt des Hochwassers als vermisst gemeldet, viele sind inzwischen aber wieder aufgetaucht.

In der Kurstadt Bad Neuenahr im rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler begannen die Bewohner entschlossen mit den Aufräumarbeiten, kratzten Schlamm von den Straßen und räumten Schutthaufen weg.

Doch die Aufgabe ist gewaltig: Viele Geschäfte und Existenzen in der Stadt sind weggefegt, Strom und Gas sind noch immer abgeschaltet, Kommunikationsleitungen zerstört.

„Alles ist völlig zerstört, man erkennt die Szenerie nicht wieder“, sagte Weinladenbesitzer Michael Lang gegenüber Reuters.

Der Bäcker Gregor Degen sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe eine Gruppe von Nachbarn versammelt, um mit dem Wegräumen von Schlamm und Trümmern zu beginnen.

Er sei bereit gewesen, am Tag nach den Überschwemmungen zur Arbeit zu gehen, aber der Wasserstand sei zu hoch gewesen, sagte er. Mehr als 110 Menschen wurden in Ahrweiler getötet und 670 verletzt, so die Polizei.

In Nordrhein-Westfalen haben Einsatzkräfte damit begonnen, verlassene Autos von der überfluteten B265 zu entfernen.

Feuerwehrsprecher Elmar Mettke sagte, die Autos seien noch unter Wasser auf Leichen untersucht worden.

Unterdessen wurde ein hochrangiger deutscher Politiker kritisiert, weil er während eines Besuchs in den betroffenen Gebieten lachte.

Armin Laschet, der konservative Kandidat für die Nachfolge der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel, wurde vor laufender Kamera dabei erwischt, wie er offenbar mit Kollegen scherzte, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Opfern sein Mitgefühl aussprach.

Herr Laschet twitterte später, dass er sein Verhalten bedauere, aber Kommentatoren und Politiker verurteilten ihn schnell.

„Laschet lacht, während das Land weint“, schrieb die Bild-Zeitung auf ihrer Website.

Frau Merkel selbst wird am Sonntag erwartet, um das Dorf Schuld zu besuchen, das von einem Bewohner als „Kriegsgebiet“ bezeichnet wurde.

In Belgien wurde die Armee in vier der zehn Provinzen des Landes entsandt, um bei der Rettung und Evakuierung zu helfen. Premierminister Alexander De Croo erklärte den 20. Juli zu einem nationalen Trauertag.

Er sagte, die Überschwemmungen – die in Belgien mindestens 27 Menschenleben gefordert haben – könnten „die katastrophalsten sein, die unser Land je gesehen hat“.

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