Coronavirus: Übertragung durch Online-Bestellungen möglich?

Kann das neue Coronavirus durch online bestellte Ware übertragen werden?

Weltweit infizieren sich immer mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Betroffenen. Neben der Furcht vor einer direkten Ansteckung, sorgen sich viele auch um das Risiko, das von Waren aus betroffenen Gebieten ausgeht. Doch sind Infektionen über Gegenstände möglich?

In Deutschland wurden am Wochenende weitere Coronavirus-Fälle bestätigt. Infektionen mit dem Erreger gibt es inzwischen in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein sowie Rheinland-Pfalz. Viele Menschen sind besorgt, dass sie sich ebenfalls infizieren könnten. Auch die Angst, sich über Gegenstände anzustecken, ist verbreitet. Doch ist diese Sorge berechtigt?

Infektionsrisiko durch Lebensmittel oder Gegenstände?

Wie die Verbraucherzentrale Thüringen in einer aktuellen Mitteilung schreibt, beschäftigt das Coronavirus seit Wochen die Medien und zunehmend die Bevölkerung.

Von China ausgehend, hat der Erreger Sars-CoV-2 inzwischen auch Europa und Deutschland erreicht. Neben dem Risiko, sich direkt bei erkrankten Personen zu infizieren, stellt sich auch die Frage, ob eine Gefahr von beispielsweise Lebensmitteln oder Spielzeug aus China oder anderen stark betroffenen Ländern ausgeht.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge sind dazu bisher keine derartigen Fälle bekannt. Es gibt also keine Berichte über eine Ansteckung durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug.

Nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das Coronavirus in der Umwelt relativ instabil ist.

Aufgrund dessen schlussfolgert das BfR, dass es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich ist, dass importierte Lebensmittel, Spielwaren, Werkzeuge, Kleidung oder technische Geräte Quellen für eine Infektion sein können.

Das größere Risiko besteht durch sogenannte „Schmierinfektionen“, wenn durch eine infizierte Person kontaminierte Waren innerhalb kurzer Zeit an gesunde Menschen übergeben werden.

Wichtig zu wissen: Nicht alle Menschen, die sich angesteckt haben, zeigen auch Symptome. So berichtete das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) vor kurzem, dass am Universitätsklinikum Frankfurt das Coronavirus auch bei symptomfreien Reisenden nachgewiesen wurde.

Allgemeine Hygienemaßnahmen einhalten

„Der beste Schutz für Verbraucher bleibt das Einhalten allgemeiner Hygieneregeln, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern“, sagt die Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung, Luise Hoffmann, von der Verbraucherzentrale Thüringen.

„Dazu gehören das regelmäßige, gründliche Händewaschen und das Husten oder Niesen in die Armbeuge“, so die Expertin.

Darüber hinaus ist ein Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) einzuhalten, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Portal „infektionsschutz.de“.

Die Fachleute weisen darauf hin, dass diese Maßnahmen auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten sind.

Und: „Bei Lebensmitteln kann das Infektionsrisiko reduziert werden, wenn die Lebensmittel erhitzt werden“, erklärt Hoffmann. (ad)

Autor:
Alfred Domke

Quellen:
  • Verbraucherzentrale Thüringen: Corona-Virus übertragbar durch Online-Bestellung?, (Abruf: 01.03.2020), Verbraucherzentrale Thüringen
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Spielzeug übertragen werden?, (Abruf: 01.03.2020), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): Nachweis des neuen Coronavirus bei symptomfreien Reisenden aus Wuhan, (Abruf: 01.03.2020), Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2), (Abruf: 01.03.2020), infektionsschutz.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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