Coronavirus: Regeln für häusliche Quarantäne

Wichtige Informationen zur häuslichen Behandlung von COVID-19

In Deutschland wurden bereits über 9.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 bestätigt. (Stand: 18.03.2020, Quelle: Johns Hopkins University). Damit gehört Deutschland zur Zeit zu den fünf am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Über 80 Prozent der Infektionen verlaufen jedoch mild oder mittelschwer und können in häuslicher Quarantäne auskuriert werden. Was ist dabei zu beachten?

„Die Quarantäne ist wichtig“, unterstreicht das Robert Koch-Institut (RKI) in einem Informationsblatt zu der häuslichen Isolation von COVID-19-Betroffenen. Diese Maßnahme diene dem Schutz der Bevölkerung. Durch die Quarantäne solle eine Verbreitung der Erkrankung verhindert werden. Die häusliche Quarantäne könne nicht nur für erkrankte Personen angeordnet werden, sondern auch für Menschen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder engen Kontakt zu einer erkrankten Person hatten.

14 Tage Quarantäne – falls keine Beschwerden auftreten

Eine Quarantäne, ohne dass Symptome vorliegen, dauere laut RKI 14 Tage, da dies den maximalen Zeitraum einer Inkubation darstellt. Kommt es in dieser Zeit zu Beschwerden, die auf COVID-19 hindeuten, also grippeähnliche Symptome, müsse ein Arzt beziehungsweise das zuständige Gesundheitsamt kontaktiert werden – vorerst per Telefon.

Die wichtigsten Regeln der häuslichen Quarantäne

„Eine häusliche Pflege von COVID-19-Patietientinnen und -Patienten könnte andere Bewohner des Haushaltes einem erhöhten Ansteckungsrisiko aussetzen“, betont Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deshalb sei es sehr wichtig, dass sich in einem Haushalt zusammenlebende Personen an strickte Regeln halten, falls ein Mitbewohner, Familienmitglied oder Partner erkrankt. Hier die wichtigsten Vorkehrungen laut WHO und RKI:

  • Wenn sich erkrankte und nicht-erkrankte Personen im gleichen Raum aufhalten, sollten alle eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen.
  • Die erkrankte Person sollte in einem eigenen Raum schlafen und nach Möglichkeit ein eigenes Badezimmer verwenden.
  • Erkrankte sollten stets nur in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch Husten und Niesen – besonders wenn sich andere Personen in der Nähe aufhalten.
  • Nicht erkrankte Personen sollten stets ein bis zwei Meter Abstand zu Erkrankten halten.
  • Der- oder diejenige, die sich um die erkrankte Person kümmert, sollte idealerweise über eine gute Gesundheit verfügen, nicht zu einer Risikogruppe gehören (Alte und Immunschwache) und nicht an einer Grunderkrankung leiden.
  • Nach jeglichem Kontakt mit der erkrankten Person sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Das Coronavirus kann auch noch übertragen werden, wenn die Beschwerden nachlassen oder verschwinden. Aus diesem Grund sollten diese Regeln noch zwei Wochen weiter gelten, nachdem die Symptome bereits abgeklungen sind.
  • Besucherinnen und Besucher sollten nicht empfangen werden, bis dieser Zeitraum beendet ist.
  • Kontaktieren Sie umgehend das zuständige Gesundheitsamt, wenn Sie sich krank fühlen oder Symptome wie Husten, Schnupfen, Atemnot oder Fieber haben.
  • Bei schweren oder lebensbedrohlichen Zuständen, muss sofort der Notruf 112 angerufen werden. Hier sollte erwähnt werden, dass der/die Betroffene unter Quarantäne steht.

Versorgung mit Lebensmitteln

„Bitten Sie Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn darum, Ihnen zu helfen“, schlägt das RKI vor. Die Einkäufe sollten dabei vor der Tür abgestellt werden. Wer nicht von Mitmenschen unterstützt werden kann, sollte sich an die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) oder an ehrenamtliche Helfer der Gemeinden wenden.

Seelische Belastung durch Quarantäne

„Mit einer Quarantäne können psychosoziale Belastungen einhergehen“, warnt das RKI. Dies könne sich beispielsweise durch Ängste, Sorgen und Einsamkeit äußern oder dem Gefühl, ausgegrenzt zu werden. Als Folge könne es zu Anspannungen, Stress und Schlafstörungen kommen. Folgende Tipps können helfen, um dies zu umgehen.

  • Sprechen Sie regelmäßig mit Freunden und Familie über Telefon, Internet und sonstige Medien.
  • Üben Sie Tätigkeiten aus, die Ihnen Spaß machen.
  • Überlegen Sie, was Ihnen helfen könnte, um der Belastung entgegenzuwirken.
  • Nutzen Sie telefonische Hilfsangebote wie beispielsweise das Seelsorgetelefon (kostenlos unter 0800/111 0 111; 0800/111 0 222; 0800/116 123).
  • Treiben Sie Sport zu Hause – nur falls Sie sich nicht krank fühlen. Geeignet sind beispielsweise einfache Gymnastikübungen oder Krafttraining. So kann negativer Stress abgebaut werden.

COVID-19-Beschwerden lindern

Da es keine gezielten Medikamente gegen COVID-19 gibt, sollte auf bewährte Hausmittel gegen Grippe zurückgegriffen werden. Ruhe und Erholung haben oberste Priorität. Daneben sollten viel Tee, Obst- und Gemüsesäfte oder heißes Wasser mit Zitrone getrunken werden. Auch die klassische Hühnersuppe kann Kraft spenden. Vor der Einnahme von Ibuprofen bei COVID-19 wird hingegen derzeit aus mehreren Quellen gewarnt. Das Medikament steht unter Verdacht, den Verlauf der Coronavirus-Infektion zu verschlimmern. Nähere Informationen finden Sie in dem Artikel: Coronavirus: Warnung vor Ibuprofen berechtigt? (vb)

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:
  • Robert Koch-Institut: Coronavirus-Infektion und häusliche Quarantäne (Stand: 13.03.2020), rki.de
  • Live from WHO Headquarters: Daily press briefing on COVID-19 (veröffenticht: 16.03.2020), youtube.com
  • Johns Hopkins University: Coronavirus COVID-19 Global Cases by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) (Abruf: 18.03.2020), coronavirus.jhu.edu

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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