Coronavirus-Ausbreitung eindämmen: Erste Maßnahmen wirken!

COVID-19: Kontaktreduktion bremst die Krankheitsausbreitung

In den vergangenen Wochen gab es nirgendwo so viele Infektionen mit dem neuen Coronavirus wie in Europa. Um die weitere Verbreitung des Erregers zu reduzieren, wurden in den verschiedenen Ländern zahlreiche Maßnahmen getroffen. Und diese wirken – zumindest in Österreich.

Die Coronavirus-Krise hat Europa fest im Griff. Um die Zahl der Infektionen und Erkrankungen zu reduzieren, wurden in manchen Gegenden und Ländern Ausgangssperren beschlossen. Zudem erfolgten überall Empfehlungen zur sozialen Distanzierung. Dass diese Kontaktreduktion die Krankheitsausbreitung bremst, berichten nun Forschende aus Österreich.

An Empfehlungen gehalten

Laut einer Mitteilung der Technischen Universität (TU) Wien tritt nun ein, was die Modellrechnungen von TU Wien und dem TU Wien-Spin-Off dwh vor einer Woche vorhersagten: Kontaktreduktion bremst die Krankheitsausbreitung.

„Die meisten Menschen in Österreich haben sich zum Glück an die Empfehlungen gehalten und die Anzahl der zwischenmenschlichen Kontakte reduziert“, erklärt Niki Popper (TU Wien / dwh).

„Somit ist genau das eingetreten, was wir für diesen Fall vor einer Woche vorherberechnet hatten: Die Zahl der COVID-19-Fälle steigt zwar noch, aber der tägliche prozentuelle Anstieg hat sich reduziert. Wir sind auf einem guten Weg.“

Verdopplungszeit verlangsamt

Als sich die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Krankheit COVID-19 in Österreich auszubreiten begann, verdoppelte sich die Zahl der bestätigten Fälle alle 2 oder 2,5 Tage.

In den letzten Tagen wurde der tägliche Zuwachs geringer, nun ist von einer Verdopplungszeit im Bereich von vier bis sechs Tagen auszugehen. Laut der Mitteilung hatten genau das die Rechenmodelle vor einer Woche ergeben.

Jetzt werden weiterhin Berechnungen durchgeführt, um die einzelnen bisher umgesetzten Maßnahmen zu evaluieren – und auch um abzuschätzen, wie und wann ein Zurücknehmen der Maßnahmen möglich sein wird.

Zu diesem Zweck hat sich nun das Team der TU Wien mit Kollegen der Medizinischen Universität sowie der Gesundheit Österreich GmbH zusammengeschlossen.

„Wie schnell das geht, hängt von den Erfolgen in nächster Zeit ab. Wichtig ist, möglichst viele Menschen auf das Virus zu testen – entscheidend sind am Ende gemessene Zahlen, nicht Prognosen“, so Popper.

Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Wie immer, wenn so komplizierte Vorgänge am Computer simuliert werden, gibt es noch einige wichtige unbeantwortete Fragen. Eine davon ist: Wie viele Menschen sind mit SARS-CoV-2 infiziert, ohne es zu wissen? Wie hoch ist die Dunkelziffer?

„Eine Dunkelziffer gibt es natürlich. Einige Forschungsteams haben auch bereits versucht, diese Dunkelziffer abzuschätzen – das ist gut, aber natürlich sehr schwer“, sagt Niki Popper.

Den Angaben zufolge werden erste vielversprechende Überlegungen aktuell vom IHS (Institut für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung) angestellt, mit dem die TU Wien ebenfalls kooperiert.

Sollten doch deutlich mehr Personen symptomlos infiziert worden sein, wäre das möglicherweise aber keine schlechte Nachricht. Die Zahl der schweren Fälle, die in einem Krankenhaus betreut werden müssen, ist bekannt.

Eine hohe Dunkelziffer würde also bedeuten, dass der Anteil der schweren Fälle niedriger ist als bislang angenommen. Außerdem wäre man bei einer hohen Dunkelziffer dem Ziel der Herdenimmunität schon näher: Es würde vielleicht nicht mehr so lange dauern, bis ausreichend viele Menschen gegen das Virus immun wären. (ad)

Autor:
Alfred Domke

Quellen:
  • Technische Universität Wien: COVID-19: Die Maßnahmen wirken!, (Abruf: 22.03.2020), Technische Universität Wien

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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